Depression & Burnout
Depression ist die Rache des Verdrängten.
"Andreas Tänzer"
Depression und Burnout sind heutzutage in aller Munde. Aber was bedeutet es wirklich? Wann bin ich depressiv und wann hat man eine depressive Verstimmung?
Depression ist klar definiert und wird in leicht, mittel und schwer unterschieden.Der Schweregrad wird durch die Anzahl der Symptome bestimmt.
- Leicht => 2 Hauptsymtome & 2 Nebensymptome / mit & ohne somatisches Syndrom
- Mittel => 2 HS & 4 NS / mit & ohne somatischen Syndrom
- Schwer => 3 HS & 5 NS / mit und ohne psychotischen Symptomen (z.B. Fäulnisgeruch) / mit somatischem Syndrom
Die Hauptsymptome sind:
- Depressive Verstimmung
- Interessensverlust, Freudverlust
- Antriebsminderung, Erschöpfung
Die Nebensymptome sind:
- Schlafstörung
- Selbstwert
- Schuldgefühle
- Suizidgedanken
- Konzentrationsprobleme
- Appetitverlust
- Zukunftsängste oder psychomotorische Hemmung/Agitiertheit
Das somatische Syndrom beinhaltet noch zusätzlich
- Mangel an emotionaler Schwingung,
- Früherwachen, Morgentief,
- Gewichtsverlust & Libidoverlust.
Eine Depression zu erkennen ist gar nicht so einfach. Oft tun wir es als Stress, zu viel Arbeit, eine Phase oder schlechte Laune ab. Die Gesellschaft sagt einem "Hab dich nicht so" oder "Reiss dich zusammen das geht vorbei". Man denkt sich "Das schaffe ich schon alleine" und doch fällt es einem immer schwerer in der Früh aufzustehen und sein Leben abzuarbeiten.
Der Alltag erscheint zu viel. Man fühlt sich schlapp, antriebslos, verspürt eine innere Leere. Die einfachsten Dinge sind auf einmal anstrengend oder nerven. Am liebsten würde man sich in sein Bett verkriechen und nicht mehr aufstehen...man sagt Termine ab um sich kurzfristig Erleichterung zu verschaffen was aber auf Dauer zu mehr schlechtem Gewissen führt... die Gedanken sind gezeichnet von grübeln oder voller Selbstzweifel...man zieht sich von seinen sozialen Kontakten zurück weil man einfach keine Kraft und Energie mehr hat...es besteht keine Stressresistenz mehr...die Gedanken werden immer negativer und man empfindet keine Freude mehr für Dinge die einem früher Freude bereitet haben...man ist unglücklich...
Leichte Depressionen können schnell verkannt werden und sich zu schweren ausweiten. Auch kann diese emotionale Dauerbelastung zu körperlichen Beschwerden führen. Oft ist es ein Prozess über Jahre. 2025 waren 5,3 Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Damit möchte ich klar zeigen, dass ca. jeder 5 Mensch davon mindestens einmal in seinem Leben betroffen ist. Man kann es tatsächlich eine Volkskrankheit nennen.
Es ist Zeit das Thema Depression anders in der Gesellschaft zu behandeln. Niemand sollte sich dafür schämen und die Gefahren sollten ernster genommen werden. Es ist wichtig die ersten Anzeichen ernst zu nehmen und den Mut aufzubringen sich selbst zu helfen indem man sich Hilfe holt!
Wenn man ein gebrochenes Bein hat schämt man sich ja auch nicht zum Arzt zu gehen. Wenn die Seele gebrochen ist, braucht diese ebenso einen "Gips". Sätze wie "Reiss dich zusammen anderen geht es noch viel schlimmer" haben ungefähr den Effekt, wie wenn man Kopfüber in eine laufende Kreissäge springt.
Ursachen können sein:
Genetisch, Lebenssituationen, Stress oder Krankheit, Hormonelle Schwankungen, Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn, Resilienz, Persönlichkeit, Dysfunktionale Denkmuster (z.B. Ich bin nicht gut genug),... etc. ...
Was ist nun der Unterschied zum Burnout Syndrom?
Menschen mit Burnout oder depressiver Störung haben oft ähnliche Symptome. Beim Burnout Syndrom stehen die Beschwerden der chronischen Erschöpfung und die reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit im Vordergrund. Zudem kann es zu psychosomatischen Beschwerden kommen wie Infektanfälligkeit, Schmerzen oder Gastrointestinale (Magen/Darm) Probleme. Allerdings können auch prinzipiell alle depressionstypischen Symptome auftreten d.h. der Symptomschwerpunkt ist nur ein anderer.
Was die beiden Diagnosen ganz klar unterscheidet, ist das vorliegen eines klaren Ursachenkonzepts bei Burnout. Bei Depressionen haben wir multifaktorielle Ursachen (siehe oben).
Burnout Patienten sind durch dauerhaften beruflichen Stress so belastet, dass sich ein Zustand von psychischer und emotionaler Erschöpfung einstellt was eine Reduktion der Leistungsfähigkeit nach sich zieht.
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Aktuell wird Burnout immer noch nicht als medizinische Krankheit definiert. Es wird hinterfragt, ob z.B. die Pflege von Angehörigen auch zu einem Burnout führen kann. Die empirische Evidenz ist noch nicht ausreichend belegt, ob es sich um ein eigenes Krankheitsbild oder eine Vorstufe der Depression handelt. Daher gibt es auch noch keine expliziten diagnostischen Kriterien. Die DGPPN empfiehlt als Leitsymptomatik:
- hohe Anforderungen im Arbeitsleben
- körperliche Stresssymptome
- darf sich nicht in kurzen Erholungsphasen zurückbilden
- Gefühl der Ineffektivität
- Depersonalisation
Wie entsteht ein Burnout?
Eine hohe Arbeitslast und ein hohes Leistungsniveau heissen nicht gleich, dass jemand an einem Burnout erkranken muss. Dazu hat jeder von uns eine unterschiedliche Belastbarkeit, auch in Hinblick auf seine aktuelle Lebenssituation.
- Perfektionismus und zu hohe Erwartungen an sich selbst
- Dysfunktionale Gedanken wie "nur wenn ich Leistung bringe, bin ich etwas wert"
- nicht Nein sagen können
Die Umgebungsbedingungen der Firma sind hier das ausschlaggebende Kriterium.
- Mangelnde Kontrolle der Arbeitsabläufe,
- fehlende Unterstützung,
- Belästigung, Diskriminierung, Mobbing,
- Arbeitsplatzunsicherheit,
- fehlende Führungskompetenz,
- immer höhere Arbeitsdichte,
- ständige Erreichbarkeit,
- Beschleunigung von Prozessen... etc. ...
Die gute Nachricht ist, Depressionen und Burnout sind behandelbar. Wir haben mehr Ressourcen zur Verfügung, als wir denken. Die Verhaltenstherapie ermöglicht uns hier unterschiedliche und spezialisierte Ansätze. Mit Hilfe lässt sich eine Depression deutlich leichter und schneller bessern, als wenn man alleine gegen die Windmühlen kämpft.
Wichtig ist es zu erlernen, die Anzeichen zu erkennen und Methoden an die Hand zu bekommen um sich selbst zu helfen. Gerne unterstütze ich Sie bei diesem Weg.
Veränderung braucht keinen Masterplan, sondern nur den Mut anzufangen.
Ich freue mich darauf Sie in diesem Prozess zu begleiten. Vereinbaren Sie jetzt online ein kostenloses Erstgespräch.
Wenn Sie bereit sind den ersten Schritt zu gehen, bin ich da.
